Blockbuster-Analyse-JOKER
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Blockbuster-Analyse „Joker“

Info zur Vorgehensweise

Ich notiere mir zu jedem Beat eine kurze Zusammenfassung (inklusive Besonderheiten zu Figuren, Plot, und Hilfsmittel, die verwendet wurden). Habe ich den Film beendet, halte ich fest, welche generellen Dinge mir aufgefallen sind. Diese findest du als Anmerkungen am Ende der Analyse. Zum Schluss nehme ich meine Unterlagen zum Modell der 15 Beats von Blake Snyder zur Hand und klopfe meine Zusammenfassungen auf das Vorhandensein der entscheidenden Punkte ab.

*** Achtung Spoileralarm ***

Wer den Film noch unbelastet sehen möchte: Das ist deine letzte Chance! Ab hier folgen ohne Ende Spoiler.

Dies ist KEINE Rezension, sondern eine Analyse, die ohne Spoiler nicht möglich ist.

Ich verlinke dir hier zunächst einmal den Trailer. Dort findest du auch viele der Szenen, die ich im Folgenden anspreche.

Trailer: Warner Bros. – Alle Rechte vorbehalten!

Akt 1

Eröffnungsbild

Protagonist Arthur Fleck sitzt in einem dunklen Raum vor dem Spiegel und schminkt sich wie ein Clown. Im Hintergrund läuft eine Radiosendung, in der sich die Leute darüber beschweren, dass der Müll nicht mehr abgeholt wird und dadurch die Straßen voller Müllberge und Ratten sind. Währenddessen versucht sich Arthur an einem Lächeln, was ihm nicht gelingen will. Vielmehr wirkt es gruselig und deprimierend. Eine Träne rollt über seine Wange und verschmiert das Make-up.

Wir spüren direkt, dass uns in den nächsten Minuten keine Komödie erwartet. Die Geschichte spielt in einer Großstadt, in der es schrecklich stinken muss, und in der sich über kurz oder lang Krankheiten ausbreiten werden.

Wer die DC-Comics kennt, weiß, dass wir uns in Gotham City befinden. In dieser Stadt gibt es viel Armut, Gewalt, Verbrechen und Korruption. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist riesig, was zu noch mehr Unmut in der Bevölkerung führt.

Thema

Nach 3 Minuten und 36 Sekunden wird der Titel eingeblendet. JOKER. Im Hintergrund sehen wir den gerade verprügelten Clown im Dreck und Müll am Boden liegen.

Der Film ist ein sogenannter «High-Concept» Film, bei dem (einfach gesagt) der Titel auch das Thema ist.

Dieser Beat folgt direkt auf den Beat «Setup», den wir uns nun anschauen werden. Wie in meinem Artikel zu „Wie plane ich einen Roman“ geschrieben, können die Beats in ihrem Erscheinen in der Handlung leicht abweichen.

Auch die B-Story wird ein wenig früher als geplant eingeführt. Dazu später mehr.

Setup

Arthur steht als Clown vor einem Musikladen. Er jongliert ein Schild, um auf den Laden aufmerksam zu machen, der einen Ausverkauf hat. Jugendliche Randalierer klauen ihm das Schild und als er sie verfolgt (was durch sein Clown-Outfit wie eine Slapstick-Nummer anmutet), wird er von ihnen verprügelt. Ein Junge feuert die anderen an: «Härter, härter.»

Nach der Titeleinblendung (Beat 2 – Thema) folgt eine Naheinstellung von dem lachenden Arthur. Das Lachen wirkt gequält, verzweifelt und traurig. Hervorragende Schauspielleistung! Die Kamera zoomt heraus. Er sitzt einer von der Stadt bezahlten Therapeutin bei seiner wöchentlichen Sitzung gegenüber. Wir erfahren, dass er Medikamente von ihr bekommt. 

Auf dem Heimweg im Bus sitzt vor ihm ein kleiner Junge. Dieser zeigt auf seine kindliche Art Anteilnahme, weil Arthur so traurig wirkt. Arthur revanchiert sich, indem er Fratzen für ihn schneidet und ihn so zum Lachen bringt. Die Mutter des Jungen pflaumt ihn darauf an, dass er ihren Jungen nicht belästigen soll. Arthur bricht wieder in sein typisches Lachen aus. Die Mutter wird wütend, woraufhin Arthur ihr ein Kärtchen reicht, auf dem steht, dass er eine neurologische Störung hat und häufig in unkontrollierbares Lachen ausbricht, das nicht seiner Gemütslage entspricht.

Nun folgt eine «Save the cat»-Szene. Wir erleben Arthur zu Hause, wie er sich um seine Mutter kümmert. Ihr Essen bringt, es für sie kleinschneidet und sich dann zu ihr setzt, um seine Lieblingssendung zu schauen. Seine Mutter nennt Arthur «Happy», mit Kosenamen. Sie wartet jeden Tag auf einen Brief von Thomas Wayne (Vater von «Batman» Bruce Wayne), den sie um Hilfe gebeten hat. Sie hat für ihn vor Jahren gearbeitet und hofft, dass er sie finanziell unterstützt.

Die Lieblingssendung der beiden ist die «Murray Franklin Show». Arthur wuchs ohne Vater auf und bewundert und verehrt den Entertainer Murray geradezu. Murray erfüllt in dieser Geschichte die Rolle des Antagonisten.

Katalysator

Wir sehen den schrecklich abgemagerten, deformierten und mit blauen Flecken übersäten nackten Oberkörper von Arthur, während er seine Clownschuhe repariert (Symbolik). Arthur arbeitet als Clown für den «Ha-Ha-Club». Randell, ein Arbeitskollege, kommt in die Garderobe und bietet ihm eine Waffe an, damit er sich künftig verteidigen kann.

Debatte

Arthur lehnt zunächst ab, weil er keine Waffe besitzen darf. Aber dann wird er zu seinem Chef gerufen, der ihm den Überfall der Jugendlichen nicht glaubt. Stattdessen bezichtigt er Arthur, das Schild geklaut zu haben. Wenn er es nicht zurückgibt, wird es ihm vom Lohn abgezogen.

Zitat Arthur Fleck:

«Der schlimmste Teil einer psychischen Erkrankung ist, Leute erwarten dass du dich so verhälst, als hättest du keine.»

Aufbruch (Plot Point 1) - bei 25%

Arthur verliert seinen Job, als er die Waffe mit in ein Kinderkrankenhaus nimmt und diese ihm dort während seines Auftritts aus der Tasche fällt. Randell hat Arthur verraten und behauptet, dass dieser ihm die Waffe unbedingt abkaufen wollte.

Akt 2 - 1

B-Story

Dieser Beat beginnt schon kurz vor der Aufbruch-Szene. Arthur trifft eine Nachbarin und ihre Tochter im Aufzug (Liebesgeschichte).

Spiel & Spaß

Nachdem er gefeuert wurde, trifft er in der Bahn auf die nächsten Schläger. Erneut ist er als Clown verkleidet. Diesmal sind es jedoch wohlhabende junge Männer, die betrunken sind und eine Frau belästigen. Arthur muss wieder unangemessen darüber lachen. Die Frau flüchtet, die Männer verprügeln ihn, aber diesmal hat Arthur die Waffe. Eine sensationelle Szene und grandios gespielt. Arthur, der wütend sein und sich wehren will, verfällt in äußeres Lachen, während man die innere Qual auf dem Gesicht sehen kann. Er zieht die Waffe und tötet alle drei Männer. Zum ersten Mal hat er die Oberhand über seine Peiniger.

Nach den Morden flieht er und ist zunächst erschrocken. Dann jedoch genießt er das Gefühl. Szenisch dargestellt, indem er anfängt fast anmutig zu tanzen und am Ende der Szene sieht er sich (noch immer als Clown geschminkt) im Spiegel mit ausgebreiteten Armen. Dieses Tanzen ist übrigens eine Eigenschaft, die den Joker ausmacht. In allen Filmen (soweit ich mich erinnern kann) lacht und tanzt er. Dinge, die normalerweise Freude verbreiten und Fröhlichkeit symbolisieren, werden von ihm in das Gegenteil verwandelt.

Noch im Siegesrausch geht er zu seiner Nachbarin, küsst sie leidenschaftlich und verbringt die Nacht mit ihr. Auch seinen Kollegen geigt er die Meinung, als er seine Sachen packt und den Ha-Ha-Club verlässt.

Im Fernsehen wird über die Morde berichtet. Die schon aufgeheizte Stimmung in der Bevölkerung nimmt zu. Viele finden die Morde an den reichen Männern gut.

Thomas Wayne äußert sich dazu wie folgt:

«Solange sich diese Menschen nicht zu etwas Besserem ändern, werden die unter uns, die etwas aus ihrem Leben gemacht haben, diejenigen, die das nicht geschafft haben, als nichts anderes als Clowns betrachten.»

Arthur ist wieder bei seiner Therapeutin. Die teilt ihm mit, dass die Stadt die Mittel gekürzt hat, ihre Sitzungen daher nicht mehr stattfinden können und er auch keine Medikamente mehr bekommt.

Nach diesem Rückschlag erleben wir einen Auftritt von Arthur als Stand-up-Comedian. Sein unangebrachtes Lachen verhindert zunächst ein Erfolgserlebnis, doch dann blüht er auf. Im Publikum sitzt auch seine Nachbarin, die herzlich über seine Witze lacht.

Arthur hat eine Verabredung mit seiner Nachbarin, die er immer wieder zum Lachen bringt und die ihn darin bestätigt, dass der Clown, der die Morde begangen hat, eigentlich ein Held ist.

Erneut folgt ein Tief. Seine Mutter hat einen Brief an Thomas Wayne geschrieben, den Arthur einwerfen soll. Arthur liest ihn und erfährt, dass er Thomas Sohn ist. Daraufhin fährt er hinaus zu Wayne Manor und trifft auf den jungen Bruce Wayne, den späteren Batman. Wie immer will er eine Beziehung aufbauen, indem er jemanden zum Lachen bringt, was (ebenfalls wie immer) misslingt. Stattdessen kommt Alfred, der Butler, hinzu und sagt, dass Arthurs Mutter lügt und sogar geisteskrank ist.

Midpoint - bei 50%

Arthurs Mutter erleidet einen Schlaganfall, als sie von Polizisten über ihren Sohn befragt wird. Seine ehemaligen Clown-Kollegen haben ausgesagt, dass er eine Waffe besitzt, weshalb Arthur nun der Morde verdächtigt wird.

Akt 2 - 2

Das Böse rückt näher

Murray zeigt in seiner Show Ausschnitte von Arthurs Auftritt als Comedian, macht sich darüber lustig und demütigt ihn so. Er nennt Arthur hier zum ersten Mal «Joker».

Wir hören, wie in einer Fernsehsendung darüber berichtet wird, wie sich Wut und Verärgerung in der Bevölkerung immer mehr breitmachen. Thomas Waynes Aussage über die Bewohner der Stadt hat den Hass noch mehr geschürt. Während Arthur im Bett liegt und den Schock über Murrays Show verdaut, liegt eine Zeitung am Boden, die den Titel trägt: «Tötet die Reichen – eine neue Bewegung?» Menschen tragen Clownsmasken und protestieren gegen Wayne. Ohne es zu wollen hat Arthur durch die Morde Verbündete und Fans gewonnen. Etwas, dass er durch seine Auftritte als lustiger Clown nie geschafft hat.

Wayne veranstaltet eine Gala bei der sich Arthur einschleicht, um mit Thomas direkt zu sprechen. Er ist fest überzeugt, sein Sohn zu sein. Symbolik: Auf der Gala wird ein Film von Charlie Chaplin gezeigt, der alle Gäste zum Lachen bringt. Arthur sieht dem Film staunend zu und erfreut sich an der Reaktion des Publikums. So etwas will er auch erreichen.

Arthur stellt Thomas auf der Toilette zur Rede. Dieser sagt, dass Arthurs Mutter im Arkham Asylum einsaß und Arthur adoptiert ist. Auch Thomas macht sich über Arthur lustig und schlägt ihm sogar die Faust ins Gesicht, als Arthur wieder in sein unkontrollierbares Lachen ausbricht.

Zitat Arthur:

«Ich weiß nicht, warum alle so unhöflich zu mir sind. Ich weiß nicht, warum du es bist. Ich will überhaupt nichts von dir. Vielleicht nur ein bisschen Zuneigung oder eine Umarmung, Dad.»

Arthur erhält einen Anruf, dass er zur Murray Franklin Show eingeladen wird, weil die Zuschauer «fantastisch» auf die gezeigten Ausschnitte reagiert hätten. Darüber freut sich Arthur in seiner Naivität natürlich, während wir als Zuschauer genau wissen, dass er dort auch wieder nur Prügel einstecken wird.

Alles ist verloren

Arthur fährt ins Arkham Hospital, klaut die Akte seiner Mutter und findet dort alles bestätigt. Er wurde adoptiert, ein Freund seiner Mutter hat ihn als Jungen wiederholt missbraucht, an eine Heizung gefesselt und verprügelt. Man hat ihn völlig unterernährt mit schweren Quetschungen und einer Kopfverletzung gefunden. Daher die neurologischen Schäden, die das unkontrollierte unangebrachte Lachen auslösen.

Zitat von Arthurs Mutter:

«Ich habe ihn nie weinen gehört. Er war so ein glücklicher kleiner Junge gewesen.»

Zitat Arthur:

«Es ist so schwer zu versuchen, immer fröhlich zu sein.»

Der Seele finstere Nacht

Arthur läuft im Regen (Symbolik) nach Hause und geht in die Wohnung der Nachbarin. Diese ist total erschrocken, als sie ihn auf einmal auf ihrer Couch sitzen sieht. Es wird klar, dass er sich die Beziehung zu ihr nur eingebildet hat.

Arthur hat keine Medikamente mehr und sein geistiger Zustand verschlechtert sich zusehends. Er geht ins Krankenhaus zu seiner Mutter und bringt sie um. (Hauch des Todes)

Zitat Arthur zu seiner Mutter:

«Happy? Ich war nie glücklich. Nicht eine Minute meines beschissenen Lebens. Ich habe immer gedacht, dass mein Leben eine Tragödie wäre. Aber jetzt wird mir klar, es ist eine beschissene Komödie.»

Aufbruch zum Finale (Plot Point 2) - bei 75%

Arthur bereitet sich auf seinen Auftritt in der Show vor, indem er sich alte Aufzeichnungen der Sendung ansieht und durchspielt, wie er auftreten und was er sagen wird. Er färbt seine Haare grün und malt sein Gesicht weiß.

Mitten in die Verwandlung platzen zwei ehemalige Clown-Kollegen. Einer ist Randell, der ihm die Waffe verkauft und dann verraten hat. Der Zweite ist kleinwüchsig. Randell versucht herauszufinden, was Arthur der Polizei gesagt hat, da rastet Arthur aus und bringt Randell blutrünstig um. Symbolik = Blutspritzer überziehen Arthurs weiß geschminktes Gesicht. Noch ist er nicht vollständig der Joker, aber es fehlt nicht mehr viel. Sowohl innerlich als auch äußerlich.

Den kleinwüchsigen Kollegen lässt er gehen, weil der als Einziger immer nett zu ihm war und selbst unter den Anfeindungen der Kollegen gelitten hat.

Selbst hier gibt es eine Art traurige Slapstick Szene. Arthur hatte die Kette innen vor die Tür gelegt und der Kleinwüchsige kann nicht fliehen und muss Arthur bitten, die Kette zu lösen.

Die Wandlung zum Joker, wie wir ihn kennen, ist vollzogen. Wir sehen ihn die Treppe hinuntertanzen, die er am Anfang mit hängenden Schultern und schwerfällig voll mit seelischem Müll hinaufgegangen ist. Am Anfang lag die Treppe im Dunkeln, nun strahlt das Sonnenlicht fast wie ein Scheinwerfer auf den Joker. Das wirkt wie eine dieser Showtreppen, die man aus dem Varieté kennt. Symbolik ohne Ende.

Doch die gute Laune verfliegt, als die beiden Polizisten auftauchen, die seine Mutter befragt haben, und ihn durch die mit Müllsäcken verstopften Straßen Gothams jagen. Er flieht in einen Zug voller Menschen, die Clownsmasken tragen. Die Polizisten (die die Ordnung symbolisieren) kämpfen sich durch die Clownmenschen, die das Chaos symbolisieren, und werden zusammengeschlagen vom Mob. Diese Szene ist typisch für das Vorgehen des späteren Jokers, der Chaos und Anarchie liebt.

Akt 3

Finaler Kampf

Arthur ist endlich in der Show und begegnet zum ersten Mal seinem Idol Murray live, der ihn hier noch unterstützt und auch sein Clown-Outfit gutheißt. Hinter dem Vorhang stehend hört Arthur jedoch noch einmal, wie Murray sich über seinen Auftritt lustig macht. Der Vorhang öffnet sich und er tanzt in Joker Manier hinaus auf die Bühne und ist anfangs sogar komisch und bekommt vom Publikum Applaus.

Dann kommt der Rückschlag in Form von Murray, dem Antagonisten, der ihn in Verlegenheit bringt. Das Publikum lacht Arthur aus. Der versucht weiterhin witzig zu sein, was total daneben geht. Dann erkennt er, dass nicht Humor, sondern Brutalität ihm Aufmerksamkeit bringt. Er gesteht die Morde an den drei reichen Männern.

Zitat von Arthur:

«Das System entscheidet, was richtig und falsch ist. Genau wie ihr entscheidet, was witzig ist und was nicht. Da kann man ja gar nicht anders als verrückt werden.»

Arthur wird von Murray weiter verbal attackiert und für die Morde verurteilt. Arthurs nicht kontrollierbare Lache kommt durch und in dem Moment erkennt er, dass er deswegen von der Gesellschaft, dem System, das ihn ignoriert und im Stich gelassen hat, niemals akzeptiert werden wird. Er erschießt Murray vor laufenden Kameras.

Die großen Auftritte vor laufenden Kameras sind ein weiteres Markenzeichen des künftigen Jokers.

Finales Bild

Der Joker fährt im Polizeiwagen durch die Stadt, die im Chaos versinkt. Brände und randalierende Menschen mit Clownsmasken überall. Er genießt es.

Nachdem seine Anhänger den Polizeiwagen gerammt haben, befreien sie Arthur. Sie tragen den Ohnmächtigen auf Händen, legen ihn auf den Wagen und warten, bis er erwacht und sich als «Joker» erhebt. Menschen jubeln ihm zu, wie er sich das immer gewünscht hat. Er tanzt auf dem Polizeiwagen, während die Stadt brennt und er sich mit seinem Blut das bekannte Joker-Lächeln malt, was er im Eröffnungsbild schon versucht hat.

Wir sehen die berühmte Szene, in der die Eltern von Bruce Wayne in einer Seitengasse nach einer Theatervorstellung von einem Mann mit Clownsmaske erschossen werden. Dieses Ereignis macht aus Bruce Wayne später den Batman.

Da dies erst er Anfang der Saga ist, sehen wir noch eine weitere Szene. Joker in Arkham, wie er den Flur entlang in die Sonnenstrahlen geht, halb tanzend und dabei blutige Fußabdrücke hinterlässt. Symbolik, Symbolik, Symbolik.

Im Hintergrund läuft der Titelsong der Murray Franklin Show: «That’s life»… von Frank Sinatra

Anmerkungen

  • Der Regisseur weiß um die Macht der Symbolik. Sie versteckt sich auch in den kleinen Details, die erst beim zweiten oder dritten Mal schauen auffallen. Es gibt sogar parallelen zum Joker aus „The Dark Knight„, der von Heath Ledger ebenfalls grandios verkörpert wurde. Während Arthur von Murray interviewt wird, zuckt einmal kurz die Zunge aus dem Mundwinkel. Das ist charakteristisch für den Heath-Ledger-Joker. 
  • Arthur hat fast immer einen Rest weißer Clown-Schminke am Rand seines Gesichts hängen. Der Joker ist bereits in ihm und wartet nur darauf, ausbrechen zu dürfen. Symbolik pur! Genau wie die in fast jeder Szene herumliegenden Müllsäcke, die den Verfall der Stadt und der Gesellschaft, sowie Arthurs Status symbolisieren.
  • Es gibt (glaube ich) keine Szene, in der das Thema des Films nicht in irgendeiner Art und Weise aufgegriffen wird.

Das war sie, meine Analyse des Blogbusters „Joker“ von Todd Phillips mit Hilfe der 15 Beats nach Blake Snyder.

Hast du den Film bereits gesehen? Ich habe ihn wirklich zweimal gesehen. Beim ersten Mal genossen und einfach auf mich wirken lassen. Und beim zweiten Mal habe ich mir dann meine Notizen gemacht.

Technisch folgt auf jedes Hoch ein Tief. Nach einem Erfolg scheitert die Hauptfigur. Diese Wellenbewegung macht gute Geschichten aus.

Der Film ist für mich allein deshalb ein Meisterwerk, weil er der Gesellschaft den Spiegel vorhält.

Arthur will nichts mehr, als Menschen zum Lachen zu bringen. Seine Krankheit, das unkontrollierte Lachen, hindert ihn daran. Es verunsichert die Menschen in seiner Umgebung und macht sie sogar wütend.

Schließlich nutzt er seine größte Schwäche, um sie als Waffe einzusetzen und sich an dem Chaos und der Angst, die er damit verbreitet, zu ergötzen. Wer hat denn keine Angst vor der Lache des Jokers?

Der Film hat mich sehr nachdenklich zurückgelassen. Vielleicht kennst du die Metapher mit den zwei Wölfen. Jeder Mensch trägt einen dunklen und einen hellen Anteil in sich. Der Teil überwiegt, den man ständig nährt.

Die Botschaft für mich lautet: Hätte man sich mehr um Arthur gekümmert, ihn richtig therapiert und nicht ständig psychisch und physisch misshandelt, wäre er niemals zum Joker geworden.

Hast du vielleicht noch andere Punkte gefunden, die mir entgangen sind? Oder hast du eine andere Botschaft mitgenommen? Vielleicht hat dir der Film auch gar nicht gefallen?

Hinterlasse gerne einen Kommentar und lass uns darüber austauschen.

Alles Liebe,

Anke

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